E M D R
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"Eine der am besten wissenschaftlich untersuchten Traumatherapien, mit deren Hilfe man belstende Erinnerungen sehr schnell verarbeiten und loswerden kann (wird allerdings leider in Deutschland nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung eigens vergütet). Nach meiner Erfahrung bringen bereits wenige Sitzungen deutliche Erfolge bei:
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Gehirn-3D-Scan
vor und nach EMDR.
Das linke Photo
zeigt eine Frau mit Posttraumatischer Belastungsstörung. Die roten Bereiche zeigen die überaktiven Bereiche des Gehirns. Das rechte Photo zeigt die gleiche Patienin nach EMDR ( Sitzungsdauer 90 Minuten) |
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Beim Trauma und emotionalen Blockaden kommt es zur „Dissotiation“, d.h. zur Unterbrechung des Austausches der Information der beiden Gehirnhälften. Als Folge kann unser Gehirn Sinneseindrücke nicht mehr in einem rationalen und emotionalen Gesamtzusammenhang abbilden. Dadurch wird eine adäquate Handlungsstrategie (Thalamus, Limbisches System, Hippocampus) verhindert. Das Gehirn fährt nun ein archaisches "SOS-Programm" und übergibt die Verarbeitung an einen Bereich (Amygdala), der eigentlich Instinkte, Gefühle, Reflexe etc. verwaltet. Das daraus resultierende Verhalten entspricht einem Neandertaler, der sich in Lebensgefahr wähnt. Es kommt zu Angstzuständen, Panikattacken, übersteigerter Vorsicht und sozialem Rückzug. Die Amygdala bewirkt durch die Ausschüttung von Noradrenalin Übererregbarkeit (Hypervigilanz), Aggression, Wutausbrüche und Schreckhaftigkeit. Die erhöhte Stressbelastung fördert psychosomatische Erkrankungen und Suchterkrankungen. Da Noradrenalin gleichzeitig die Aktivität des Hippocampus verhindert und damit die Großhirnfunktion ausbremst, kommt es zum Gefühl der Erstarrung, Konzentrationsschwierigkeiten (Verlust der Multi-Tasking-Fähigkeit), Überforderungsgefühl, - ja sogar zur Häufung von Ungeschicklichkeiten und Unfällen. Im Rahmen eines Selbstheilungsversuch stellt unseres Gehirn das Erlebte von Zeit zu Zeit über den Hippocampus dem Großhirn vor, um zu sehen, ob inzwischen Verabeitungsstrategien vorhanden sind. Dadurch dringt das Geschehen in Form von "Flash backs" in unser Bewußtsein. Infolge des Ursprungsortes Amygdala werden diese "Flash backs" durch starke Emotionen gestartet und begleitet, die durch unterbewusste Sinneseindrücke wie z.B. ein Schrei, Reifenquitschen, Polizeisirene oder auch Schweißgeruch ausgelöst sein können.
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Das EMDR benutzt nun den Trick, den Hippocampus durch die bilatrale Stimulation der Hirnhälften zu aktivieren. Gleichzeitig werden Erinnerungen an das Trauma, ähnlich einem "Flash back" über einen Trance-Zustand in die Erinnerung geholt. Die Therapiesituation selbst wurde durch Stabilisierungstechniken für den Patienten so vorbreitet, dass er sich sicher und geborgen fühlt und weiss, dass er das "künstliche Flash back" kontrollieren kann. Unter diesen Bedingungen kann das Erlebte über längere Zeit angesehen werden. Dadurch wird das Großhirn in die Lage versetzt, das Trauma in einen realen und rationalen Zusammenhang zu Zeit und Raum einzuordnen. Die ehemals überschießenden Emotionen verlieren sich und das Geschehene kann als Teil der Lebensbiographie eingeordnet werden.
Es ist nun auch nachvollziehbar, dass das EMDR bei allen Arten von "blockierenden" Ängsten, wie Phobien und Prüfungsangst ein sehr wirksames Verfahren ist. Ein bei uns weniger bekanntes Gebiet ist EMDR zum Stressabbau vor wichtigen und weitreichenden Entscheidungen, wie sie vor allem im angloamerikanischen Raum seit Jahren etabliert ist.
Text
wird laufend erweitert!